Preistendenz 20.05.2020

Preistendenz 20.05.2020

Powell warnt vor langsamer Wirtschaftserholung –

Nach Gewinnmitnahmen von gestern Erholung der Börse –

Analysten : Markt hat das schlimmste hinter sich (kein weiterer Preisverfall erwartet) –

Der Ölpreis hängt von der Wirtschaftsentwicklung in den nächsten Wochen und der geopolitischen Entwicklung (Iran/Libyen/USA/China) ab –

Aktueller Tagespreis 2000l, 20.05. 2020 :

2000l Standard-Heizöl schwefelarm bei einer Abladestelle.

54,80 /100l, Bruttopreis incl. 19% Mehrwertsteuer.

Endpreis ohne weitere Zuschläge.
Zahlung auf Rechnung.
Maximal 10 Wochen Lieferfrist.

Aktueller Trend: Preise leicht höher.

Marktbericht

WTI hat seinen Frontmonatswechsel diesmal ohne die Kapriolen von letztem Monat hinter sich gebracht. Damals fielen die Preise noch auf einen historisch niedrigen Wert von -40,32 Dollar. Seitdem hat sich allerdings einiges geändert, was den Markt wieder stabilisiert hat.

Eine große Menge nicht benötigten Öls wurde durch die Produktionskürzungen der OPEC+ und anderer Länder vom Markt genommen. Selbst in den USA sinkt die Ölförderung in Rekordgeschwindigkeit. Im Zuge dessen wurde auch der Preiskrieg zwischen Russland und Saudi-Arabien, mit neuen Rekordfördermengen, beendet. Der Generalsekretär der OPEC, Mohammad Barkindo, spricht davon, dass rund 17 Mio. B/T vom Markt genommen wurden.

Die OPEC rechnet hier allerdings immer etwas anders und vergleicht die eigenen Produktionszahlen gerne mit Oktober 2016, der Bemessungsgrundlage für die OPEC+ Quoten. Im Vergleich März, also unmittelbar vor den neuen Kürzungen von OPEC und Nicht-OPEC Ländern, sinkt die Ölförderung im Mai laut EIA „nur“ um etwa 10,56 auf 90,09 Mio. B/T. Damit bleibt vermutlich noch immer eine gehörige Überversorgung bestehen, denn den Ölverbrauch schätzt die IEA im laufenden Monat auf lediglich 79,96 Mio. B/T.

Der Trend bei der Nachfrage zeigt mit den Lockerungen der Lockdowns in Asien, Europa und den USA jedoch nach oben. Für die Experten der Citigroup belastet die Überversorgung die Preise aktuell noch, im kommenden Quartal dürfte sich aber eine rekordverdächtige Unterversorgung einstellen, so die Experten der Großbank. Das wird vor allem für eine dringend nötige Entlastung bei den globalen Ölbeständen sorgen.

Der Markt befindet sich daher noch in einem Spannungsfeld, bei dem Trader auf eine baldige Unterversorgung setzen (bullish), während es aktuell noch eine akute Überversorgung gibt, die die globalen Ölbestände weiter steigen lässt (bearish). Experten warnen auch davor, dass ein erneuter Ausbruch des Coronavirus vor allem in asiatischen Märkten und anderen Entwicklungsländern, wie Afrika und Latainamerika eine große Gefahr darstellen. Deren Gesundheitssysteme könnten schnell überfordert werden und Lockdowns oder gar Zusammenbrüche der Wirtschaften können die Ölnachfrage auch künftig lange belasten.

Analyst Gref Sharenow, von Pacific Investment Management, bezieht sich dabei auf die asiatische Finanzkrise von 1998. Damals fiel der Ölpreis auf ein 12 Jahrestief. In den folgenden 18 Monaten erholte sich der Markt zwar, war aber durch mehrere Rallyes und Verkaufswellen geprägt. Dies könnte eine Art Vorlage für die aktuelle Situation sein. Der aktuell starken Erholung stehe nämlich eine hohe Arbeitslosenzahl und negative Schocks bei den Einkommen gegenüber, was ziemlich starke Kräfte seien, die der positiven Entwicklung entgegenwirken, so Sharenow.

Trader blicken heute aber vermutlich hauptsächlich in die USA, wo die US Ölbestandsdaten des DOE zur Veröffentlichung anstehen. Die Daten des API wurden neutral bewertet, doch die Zahlen des DOE haben in der Regel einen stärkeren Einfluss und können durchaus deutlich abweichen. Gasoil kann sich mit den anderen Futures im morgendlichen Handel zwar leicht nach oben orientieren, bleibt aber noch unter den Niveaus von gestern Nachmittag.

Nachrichten für steigende + oder fallende Tendenzen an der Börse 

+ Chinas Ölverbrauch fast wieder normal
+ US-Schieferölproduktion sinkt deutlich
+ OPEC + Kürzungen wirken besser als erwartet
+ EIA Monatsreport
+ Saudis, Kuwait und VAE mit weiteren freiwilligen Kürzungen ab Juni
+ OPEC+ Kürzungen zum 1. Mai in Kraft getreten
= US Ölbestandsveränderungen API neutral
– Powell warnt vor langsamer Erholung
– US-Ölproduzenten in North Dakota fahren Ölfelder wieder an
– Armada von US Öltankern nimmt Kurs auf USA
– OPEC Monatsbericht
– EIA Monatsreport
– Rekordmenge auf Öltankern eingelagert