Preistendenz 10.12.2018

Preistendenz 10.12.2018

Ölbörsen nach OPEC-Beschluß schwächer –

Ölbörsen fallend  –

Sinkende Frachtraten durch Regenfälle lassen Inlandspreise sinken  –

Preise im Süden weiter höher als im Norden.

 

Aktueller Tagespreis 2000l, 10.12.2018:

2000l Standard-Heizöl schwefelarm bei einer Abladestelle.

71,64 €/100l, Bruttopreis incl. 19% Mehrwertsteuer.

Endpreis ohne weitere Zuschläge.
Zahlung auf Rechnung.
Maximal 3 Wochen Lieferfrist.

Aktueller Trend: Preise  tiefer.

Markteinschätzung

Der OPEC Deal am Freitag hat die Preise klar gestützt, doch eine massive Rallye löste dies bisher nicht aus. Mit einer Kürzung um 1,2 Mio. B/T hat man den erwarteten Minimalkonsens von 1 Mio. B/T leicht übertroffen, doch zum einen hat Russland bereits angekündigt, dass man die Reduzierung nicht sofort umsetzen werde und zum anderen haben Experten Zweifel, ob die Kürzung ausreichen wird, um eine Überversorgung in 2019 zu verhindern.

Die Kürzung sei ausreichend um die Sorgen eines Ungleichgewichtes im Markt entgegenzutreten, aber eventuell nicht genug um Bestandsaufbauten Anfang 2019 komplett zu verhindern, so Harry Tchilinguirian, von BNP Paribas. Für Analyst Robert McNally, von der Rapidan Energy Group, komme es nun darauf an, wie groß der sich abzeichnende Angebots „Tsunami“ ausfalle. Die Kürzung sei aber nicht annähernd ausreichend genug um große Bestandsaufbauten im kommenden Jahr zu verhindern. Trump und Putin hätten umfangreichere Kürzungen verhindert, sodass zwar ein Boden im Markt etabliert wurde, der allerdings unscharf sei, so McNally’s Einschätzung.

Die Laufzeit des Abkommens ist bia April ungewöhnlich, denn normaler Weise trifft man Vereinbarungen für ein halbes Jahr – Mai/Juni und November/Dezember. Nun zieht man das nächste Treffen vor und wird sich also im April zur nächsten turnusmäßigen Runde zusammenfinden. Ob dies nun bedeutet, dass man den Zeitraum zwischen den Treffen grundsätzlich verkürzt, ist nicht klar. Allerdings könnten die Kürzungen Kanadas um 325.000 B/T ab Januar sowie die Ausnahmeregelungen der US Sanktionen gegen den Iran bei der Ansetzung des Termins eine Rolle gespielt haben.

Im Frühjahr sollen die Kürzungen Kanadas von 325.000 B/T auf 95.000 B/T zurückgefahren werden und die Ausnahmen der US Sanktionen für 8 Länder gelten nur für 180 Tage. Damit laufen die im November genehmigten Regelungen offiziell im April aus, sollten diese nicht verlängert werden. Beides kann natürlich einen erheblichen Effekt auf die Verfügbarkeit von Rohöl haben, weshalb das Kartell wohl auf die zu erwartenden Veränderungen reagieren will.

Unterdessen entspannt sich die Versorgungslage im Inland mit den Niederschlägen weiter. Die Pegel des Rhein befinden sich nun schon seit einer Woche auf einem Niveau, dass eine Schifffahrt mit voller Beladung zulässt. Die Verfügbarkeit im Inland ist damit erheblich besser geworden, sodass auch die Aufschläge allmählich wieder sinken. Im Süd Westen wurden in der letzten Woche bei Heizöl etwa -5,33 Euro/100l und bei Diesel sogar -9,36 Euro/100l an Aufschlägen ausgepreist. In der Region Süd sind es -2,13 bzw. -2,88 Euro/100l und im Norden immerhin -2,14 bzw. -1,68 Euro/100l. Die Tendenz dürfte sich mit den weiter guten Pegelständen auch in dieser Woche fortsetzen.

 

Preistreibende (bullische +) und preissenkende (bearische ) Faktoren.

+ OPEC+ kürzt Produktion um -1,2 Mio. B/T
+ Kanada kürzt Ölproduktion ab Januar um 325.000 B/T
+ USA und China setzen Handelsstreit vorerst aus
+ Buzzard Ölfeld abgeschaltet
+ Verschärfte Iran-Sanktionen treten in Kraft
+ Kontinuierlich sinkende Ölproduktion in Venezuela


– Russland braucht für Umsetzung der Kürzungen „mehrere Monate“
– Ölnachfrage vor Einbruch im Januar
– USA erteilen Ausnahmeregelungen zu Iran Sanktionen
– Nachfragesorgen in EntwicklungsländernKanada kürzt Ölproduktion ab Januar um 325.000 B/T