Preistendenz 14.11.2019

Preistendenz 14.11.2019

 

Börse fester US-Rohölbestände stützen –

Technische Käufe an der Börse –

Ölpreisentwicklung hängt von Öl-Nachfrage in den nächsten Wochen und der geopolitischen Entwicklung (Iran/Libyen/USA/China) ab-

Aktueller Tagespreis 2000l, 14.11. 2019 :

2000l Standard-Heizöl schwefelarm bei einer Abladestelle.

68,76 /100l, Bruttopreis incl. 19% Mehrwertsteuer.

Endpreis ohne weitere Zuschläge.
Zahlung auf Rechnung.
Maximal 5 Wochen Lieferfrist.

Aktueller Trend: Preise leicht höher.

Marktbericht

Der vom API gemeldete überraschende Rückgang der landesweiten Rohölbestände der USA sorgte Dienstagnacht an den Ölbörsen noch einmal für einen kurzen Aufwärtstest. Allerdings sind die Bestandsabbauten im API-Bericht eher gering.

Bei den Destillate- und Benzinbeständen registrierte das API sogar einen unerwarteten Anstieg. In der gegebenen Größenordnung würden die Aufbauten bei den Produktbeständen die Abbauten bei den Rohölbeständen überwiegen, was letztlich eine eher bearishe Interpretation der API-Daten zulässt, zumal die landesweiten Rohölbestände ohne die Abbauten in Cushing wohl sogar ein leichtes Plus verzeichnet hätten.

Die Händler warten heute noch auf die offiziellen Bestandsdaten des DOE, die aufgrund des Veterans Day Feiertags in den USA (Montag) in dieser Woche erst einen Tag später als üblich und um 17:00 Uhr bekannt gegeben werden. Der DOE-Bericht wird auch Daten zur Produktnachfrage und zur Ölproduktion der USA enthalten.

Die EIA hat in ihrem am Mittwochabend veröffentlichten Monatsbericht ihre Prognosen zur weltweiten Ölnachfrage und zur Produktion für 2019 und 2020 jeweils in ähnlichem Umfang nach oben korrigiert. Somit haben sich bei der Einschätzung des Instituts zur Marktlage in diesem und im kommenden Jahr nur geringfügige Veränderungen ergeben. Während das Angebot 2019 etwas knapper sein dürfte, als im letzten Bericht vermutet, soll das für 2020 erwartete Überangebot ebenfalls nur ein bisschen schwächer ausfallen als im Oktober prognostiziert.

Was die US-Ölproduktion angeht, rechnet die EIA von 2019 auf 2020 mit einem Wachstum von +1,0 Mio. B/T. Damit hat man die Prognose zum Produktionswachstum im Vergleich zum letzten Monatsbericht (+0,9 Mio. B/T) sogar leicht nach oben korrigiert. Die OPEC, deren nächster Monatsbericht heute Nachmittag fällig ist, könnte dagegen laut Generalsekretär Mohammad Barkindo ihre Erwartungen zum US-Produktionswachstum senken. Die EIA scheint somit etwas optimistischer zu sein, was die Entwicklung der amerikanischen Ölproduktion angeht.

Neben den kurzfristigen Produktionsprognosen bereiten einigen Experten jedoch vor allem die längerfristigen Erwartungen der EIA Sorge. Diese seien vor allem im Hinblick auf das Wachstumspotenzial der Schieferölproduktion überzogen, heißt es in einem Bericht des Post Carbon Institute (14.11.2019 EIA überschätzt längerfristiges Potenzial der US-Schieferölproduktion vermutlich).

Die Marktteilnehmer warten nun noch auf Monatsberichte der OPEC und der IEA, die heute und morgen veröffentlicht werden. Sollte die OPEC ihre Prognosen zur Nachfrage und zum US-Produktionswachstum wie von Mohammad Barkindo angedeutet korrigieren, könnte der Bericht der Organisation heute Nachmittag möglicherweise sogar einen leicht bullishen Einfluss auf die Ölbörsen haben. Barkindo und die OPEC gehen offenbar davon aus, dass die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China beigelegt werden können und sich damit auch der Ausblick für die Ölnachfrage verbessert.

Der Chef der US-Notenbank Jerome Powell konnte den Ölbörsen mit seinen Äußerungen gegenüber dem Joint Economic Committee am frühen Mittwochabend keine maßgeblichen Impulse geben. Während es weiterhin so scheint, als plane die Fed vorerst keine weitere Zinssenkung, erklärte Powell, man sehe derzeit keinen Grund, weshalb die US-Wirtschaft nicht weiter wachsen sollte.

preistreibende (bullische +) und preissenkende (bearische -) Faktoren

+ Barkindo: Mögliche Anpassungen bei OPEC-Prognosen (Nachfrage, US-Produktion)
+ Demonstrationen im Irak
= EIA korrigiert Nachfrage- wie auch Produktionsprognosen nach oben
= Brexit hängt weiter in der Luft
– Ölbestandsdaten des API insgesamt eher bearish
– Trump enttäuscht Erwartungen im Handelsstreit
– IEA sieht geringeren Bedarf an OPEC-Öl
– Analysten erwarten Aufbauten bei US Rohölvorräten
– Investmentbanken warnen vor Preisrutsch ohne zusätzliche OPEC Kürzung
– Ölminister Oman sieht Beibehaltung der aktuellen OPEC+ Quoten
– Keystone nimmt Betrieb wieder auf Demonstrationen im Irak