Preistendenz 15.07.2020

Preistendenz 15.07.2020

Steigende Aktienmärkte bringen Ölbörsen wieder nach oben –

Ölbestandsdaten mit Abbauten festigen Börse –

OPEC berät heute über Verlängerung der Drosselquoten –

Der Ölpreis hängt von der Wirtschaftsentwicklung in den nächsten Wochen und der geopolitischen Entwicklung (Iran/Libyen/USA/China) ab –

Aktueller Tagespreis 2000l, 15.07. 2020 :

2000l Standard-Heizöl schwefelarm bei einer Abladestelle.

46,90/100l, Bruttopreis incl. 16% Mehrwertsteuer.

Endpreis ohne weitere Zuschläge.
Zahlung auf Rechnung.
Maximal 10 Wochen Lieferfrist.

Aktueller Trend: Preise leicht höher.

Marktbericht

Die erneuten Lockdowns in Kalifornien bereiten den Marktteilnehmern durchaus Sorgen, denn das wird den Ölverbrauch deutlich reduzieren, ist es doch immerhin der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat. Vor der Pandemie wurden in Kalifornien pro Tag etwa 100.000 Barrel Benzin verbraucht. Während der Krise hatte sich dies im April etwa halbiert.

Die Maßnahmen in Kalifornien werden „sich auf die Nachfrage in den USA und auf Umwegen auch auf das Angebot auswirken. Ein guter Weg, um es auszudrücken, ist, dass Kalifornien für den Rest des Landes eine wichtige Rolle spielen wird“, so Analyst Robert Yawger, von Mizuho Securities. Folgen andere Staaten mit weiteren Lockdowns, wird dies zwangsläufig auf den Ölpreisen lasten, auch wenn die Nachfrage sicherlich nicht mehr ganz so deutlich wie im Frühjahr einbrechen wird.

Auf der anderen Seite wird die OPEC+ Gruppe ab kommenden Monat ihr Ölangebot wieder erhöhen. Erste Zahlen deuten allerdings daraufhin, dass die Gruppe ihre Förderung nicht um 1,9 Mio. B/T steigern wird, sondern eher in einer Größenordnung von 1,0 bis 1,1 Mio. B/T, da einige Länder ihre Förderung noch nicht im vollen Umfang steigern dürfen. Während einige Marktteilnehmer eine steigende Ölproduktion in Verbindung mit neuen Lockdowns kritisch sehen, rechnet Analystin Amrita Sen, von Energy Aspects, nicht mit größeren Problemen, denn schließlich gäbe es momentan ein Angebotsdefizit von 3 bis 4 Mio. B/T (14.07.2020 Analyst: OPEC+ Quotenanpassungen kommt zum richtigen Zeitpunkt).

Für die Experten der ANZ Bank ist die Entscheidung der OPEC+ heute der größte Impulsgebe, der die „Stimmung für den Ölmarkt vorgeben wird“. Allerdings wird eine Entscheidung für eine Anhebung der Förderung ab August niemanden mehr überraschen, weshalb sich nach einer volatilen Anfangsreaktion der Effekt auch schnell verpuffen könnte. Für Howie Lee, von der OCBC ist die Produktionssteigerung der OPEC+ bereits eingepreist, sodass der Ölpreis vermutlich noch für eine Weile auf dem aktuellen Niveau bleiben wird. Dennoch sieht er Abwärtsrisiken, sollte sich die Situation mit dem Coronavirus weiter verschlechtern.

Somit warten die Marktteilnehmer heute auf die Entscheidung und Kommentare aus OPEC+ Kreisen sowie auf die US Ölbestandsdaten des DOE um 16:30 Uhr. Nach ihrem späten Anstieg bleiben die Notierungen an den Ölbörsen zunächst einmal auf höherem Niveau. Der Anstieg des Euro/Dollar-Kurses gleicht dies aber zum Teil aus, sodass sich bei den rechnerischen Inlandspreisen aktuell keine größeren Veränderungen abzeichnen.

Nachrichten für steigende + oder fallende Tendenzen an der Börse 

API meldet deutliche Abbauten bei Rohöl und Benzin
 OPEC Monatsreport bullish
Libysche Ölexporte wieder gestoppt
 IEA Monatsreport
Angola stimmt zusätzlichen Kürzungen von Juli bis September zu
= EIA Monatsreport
– USA/China: Spannungen nehmen zu
–  Kalifornien verhängt weiche Lockdown-Maßnahmen
– Chinesische Raffinerien drosseln Auslastung
– OPEC-Länder deuten Exportsteigerung für August an
– Johan Sverdrup Ölexporte im August wieder auf Rekordniveau
– China: weniger Rohölimporte im dritten Quartal erwartet