Preistendenz 21.02.2019

Preistendenz 21.02.2019

US-Rekordförderung bremst Preisrallye aus –

Verkaufssignale durch Charttechnik –

Börse neutral.

Aktueller Tagespreis 2000l, 22.02.2019:

2000l Standard-Heizöl schwefelarm bei einer Abladestelle.

70,55 €/100l, Bruttopreis incl. 19% Mehrwertsteuer.

Endpreis ohne weitere Zuschläge.
Zahlung auf Rechnung.
Maximal 5 Wochen Lieferfrist.

Aktueller Trend: Preise  seitwärts.

Markteinschätzung

Die US Rohölförderung steigt weiterhin unaufhaltsam, was die neuen Zahlen des DOE belegen. Eine Rekordförderung von 12,0 Mio. B/T entspricht einem Produktionsanstieg um 2,5 Mio. B/T seit Anfang 2018 und einem Anstieg von 5 Mio. B/T seit 2013. Der Produktionsboom der US Schieferölindustrie wird 2019 weiter gehen, auch wenn die hohen Zuwachsraten aus dem letzten Jahr vielleicht nicht mehr ganz erreicht werden.

Die Investitionen der Schieferöl Unternehmen sinken in diesem Jahr, was eine Reaktion auf den Preisrutsch im letzten Quartal 2018 ist. Aber auch die begrenzten Pipeline Kapazitäten verhindern eine größere Aktivität, da der Abtransport aus den Schieferölregionen per Truck oder auf der Schiene teurer als mit Pipelines ist. Gleichzeitig gibt es aber auch weitere Effizienzsteigerungen, sodass, trotz rückläufigen Investitionen, weiterhin Produktionssteigerungen generiert werden können. Die namhaften Schieferölproduzenten planen in 2019 zu einem großen Anteil Produktionszuwäche im zweistelligen Prozentbereich.

Experten der Citigroup rechnen für 2019 mit einem Produktionsanstieg in den USA auf 13 Mio. B/T zum Jahresende und mit einem Jahresdurchschnittswert von 12,5 Mio. B/T. Die Rohölexporte könnten dann auf 4,6 Mio. B/T steigen und den bisherigen Rekord aus der letzten Woche von 3,6 Mio. B/T in den Schatten stellen.

Die steigende US Ölförderung bildet damit ein Gegengewicht zu den massiven Kürzungen der OPEC seit Jahresbeginn, bei denen Saudi-Arabien bereits schon angekündigt hat, dass man die Produktionseinschnitte bis März noch einmal deutlich verschärfen wird. Aber auch in Brasilien zeigen sich deutliche Produktionssteigerungen für dieses Jahr, nachdem das Land eine neue Förderplattform in diesem Monat in Betrieb gestellt hat (21.02.2019 Brasilien fährt Produktionsanlagen hoch).

Dennoch bleibt die fundamentale Konstellation vorerst einmal bullish. Hier wird vor allem auf die knappe Marktlage verwiesen, nachdem die USA begonnen haben Venezuela zu sanktionieren und in Libyen noch immer kein Restart des größten Ölfeldes Sharara angekündigt wurde. Auch wird immer wieder auf die Annäherung im Handelsstreit zwischen USA und China verwiesen. Eine Vermeidung weiterer gegenseitiger Zölle, und vielleicht sogar ein Abbau der implementierten Sanktionen, würde die Wirtschaft der beiden größten Energieverbraucher stützen und sich damit positiv auf die Ölnachfrage auswirken.

Sollte die Förderung in Libyen allerdings bald wieder steigen, würde dies die kurzfristige Versorgungslage erheblich verbessern. Das Potenzial eines Restarts der Anlagen Sharara und El Feel liegt zusammen bei knapp +0,4 Mio. B/T. Der Anstieg der US Rohölförderung hat die Preisrallye aus der ersten Wochenhälfte nun zwar ausgebremst, die fundamentale Gesamtkonstellation bleibt allerdings weiter bullish. Interessant könnte die Charttechnik werden, denn hier haben sich beim Stochastik nun Verkaufsimpulse gebildet, die Gewinnmitnahmen begünstigen.

Preistreibende (bullische +) und preissenkende (bearische -) Faktoren.

+ USA wollen Sanktionen gegen Venezuela verschärfen
+ Saudi-Arabien schaltet größtes Offshore Ölfeld ab
+ Trump signalisiert Verschiebung der Deadline im Handelsstreit
+ Saudis kürzen Produktion nochmals stark
+ Mögliche Verschärfung der US Sanktionen gegen den Iran
+ USA verhängen Sanktionen gegen venezolanische Ölexporte
+ Kontinuierlich sinkende Ölproduktion in Venezuela

= US Ölbestandsveränderungen DOE

– US Rohölproduktion mit neuem Rekordhoch
– Brasilien steigert Ölproduktion USA wollen Sanktionen gegen Venezuela verschärfen