Preistendenz 18.04.2019

Preistendenz 18.04.2019

Gewinnmitnahmen nach DOE-Daten aus Amerika –

US-Ölproduktion im April sinkend –

 Schieferölboom in USA zeichnet sich ab –

Globale Versorgungslage wird wegen OPEC-Kürzungen als knapp eingestuft.

Aktueller Tagespreis 2000l, 18.04.2019:

2000l Standard-Heizöl schwefelarm bei einer Abladestelle.

72,09 €/100l, Bruttopreis incl. 19% Mehrwertsteuer.

Endpreis ohne weitere Zuschläge.
Zahlung auf Rechnung.
Maximal 2 Wochen Lieferfrist.

Aktueller Trend: Preise  leicht höher.

Markteinschätzung

Die Stimmung am Markt bleibt weiterhin leicht bullish. Solange die OPEC+ Gruppe an ihren umfangreichen Kürzungen festhält, die USA die Sanktionen gegen Venezuela und Iran tendenziell verschärft und in Libyen weitere Produktionsausfälle drohen, sollte sich der Bürgerkrieg ausweiten und weiter eskalieren, wird sich daran vermutlich auch nichts so schnell ändern.

In Sachen Iran Sanktionen warten die Marktteilnehmer auf die USA, die die Ausnahmegenehmigungen im Mai entweder verlängern oder eben straffen. Es scheint am Markt völlig unklar, wie die Regierung entscheiden wird, denn auf der einen Seite will Trump hohe Ölpreise vermeiden, auf der anderen Seite hatte man aber angekündigt die Exporte des Irans um weitere 20% zu reduzieren, damit man diese letztendlich irgendwann auf null drücken kann. Eine Alternative für die USA wäre eine Produktionssteigerung von Saudi-Arabien die Hand in Hand mit neuen Sanktionen gegen den Iran geht.

Doch darauf werden sich die Saudis wohl kaum einlassen, nachdem die USA im letzten Jahr nicht Wort gehalten hatten und umfangreiche Ausnahmegenehmigungen für Rohölexporte des Irans genehmigte. Der Markt sei sehr vorsichtig was das angehe, so Analyst Bob Yawger, von Mizuho Securities. Im Prinzip muss man jede Minute damit rechnen, dass die US Regierung eine Ankündigung in die ein oder andere Richtung macht. Der Ölpreis könne dann entweder um 2 Dollar anziehen oder eben nachgeben, so fasst er die Spannung und Unsicherheit am Markt zusammen. Der US Außenminister, Mike Pompeo, hatte zuletzt noch gesagt, dass es zu früh sei um sich dazu zu äußern, und dass eine Entscheidung um den ersten Mai herum fallen würde.

Für Unsicherheit sorgen auch die Kämpfe in Libyen, durch eine Produktion von etwa 1,2 Mio. B/T gefährdet ist. Noch werden keine Ausfälle gemeldet, doch sollten die Exporte von Zawiya und Mellitah wegfallen, so würde das Angebot um etwa 300.000 B/T sinken. Bei einer knapp eingeschätzten Marktlage, mit Sanktionen gegen Venezuela und Iran und den Kürzungen der OPEC+ Gruppe würde dies ausreichen, um den Ölpreis auf neue Jahreshochs zu katapultieren.

Die US Ölbestandsdaten des DOE haben einen leicht bearishen Einfluss und Anzeichen für einen Produktionsschub der US Schieferölindustrie gibt es ebenfalls. Doch diese Faktoren werden von der Unsicherheit der Trader und den kurzfristig bullishen Elementen dominiert, sodass die Ölpreise insgesamt weiter auf hohem Niveau konsolidieren. Nach den Gewinnmitnahmen von gestern Abend und in der Nacht zeichnen sich für heute Vormittag nun aber erst einmal Abwärtspotenziale bei den rechnerischen Inlandspreisen ab.

 

preistreibende (bullische +) und preissenkende (bearische -) Faktoren

+ US Schieferölproduktion nach unten korrigiert
+ USA haben Sanktionen gegen Venezuela verschärft
+ Libyen droht neuer Bürgerkrieg
+ Kasachstan kürzt Produktion im April und Mai deutlich
+ USA wollen Iran Rohölexporte um weitere 20% drücken
+ Saudis werden Ölförderung im April weiter drosseln

= IEA Monatsreport
= EIA Monatsreport

– US Ölbestandsveränderungen DOE
– US Schieferölboom zeichnet sich ab
– OPEC Monatsreport
– Russland deutet Ende der der Produktionskürzungen an
– Brasilien steigert Ölproduktion S Ölbestandsveränderungen API