Preistendenz 20.09.2019

Preistendenz 20.09.2019

Spekulanten halten geopolitische Risiken im Auge-

Börsen leicht im Plus –

Huthi-Rebellen drohen mit Angriffe auf Öl-Ziele in den vereinigten Emiraten –

Ölpreisentwicklung hängt von Öl-Nachfrage in den nächsten Wochen und der geopolitischen Entwicklung (Iran/Libyen/USA/China) ab –

Aktueller Tagespreis 2000l, 20.09. 2019 :

2000l Standard-Heizöl schwefelarm bei einer Abladestelle.

77,20 /100l, Bruttopreis incl. 19% Mehrwertsteuer.

Endpreis ohne weitere Zuschläge.
Zahlung auf Rechnung.
Maximal 5 Wochen Lieferfrist.

Aktueller Trend: Preise  seitwärts.

Marktbericht

ur Wochenmitte hatten sich die Gemüter an den Ölbörsen wieder etwas beruhigt, da es hieß, Saudi-Arabien könne seine Produktion nach den Anschlägen auf zwei Ölanlagen innerhalb weniger Wochen wieder auf Normalniveau steigern. Die Meldung, dass das Königreich den Irak nach Rohöl gefragt haben soll, warf diesbezüglich allerdings am Donnerstag wieder Zweifel auf.

Neben der reinen Sorge um das Ölangebot aus Saudi-Arabien werden auch die geopolitischen Risiken die Ölpreise kurzfristig weiter stützen. Diese haben mit den Anschlägen vom Wochenende deutlich zugenommen. Vor allem die Reaktion Saudi-Arabiens und der USA auf die Anschläge, die die beiden Nationen weniger den Huthi-Rebellen als dem Iran zuschreiben, wird entscheiden, wie sich die Situation weiter entwickeln wird.

Während Irans Präsident Hassan Ruhani am gestrigen Donnerstag warnte, ein Militärschlag Saudi-Arabiens und/oder der USA gegen den Iran würde einen „totalen Krieg“ herbeiführen, gab US-Außenminister Mike Pompeo an, der Präsident strebe eine friedliche Lösung an. Derweil versuchen die USA derzeit Pompeo zufolge ein Bündnis zusammenzustellen, mit dem man dies auf diplomatischem Wege erreichen könne.

Der Angriff des Militärbündnisses unter saudischer Führung, der am gestrigen Donnerstag auf angebliche militärische Ziele im Jemen geflogen wurde, dürfte die Situation dagegen nicht entspannen. Zudem hieß es aus Riad, man habe einen geplanten Anschlag der Huthi-Rebellen vereitelt, der mit einem mit Sprengstoff beladenen Boot durchgeführt werden sollte. Die gestrige Warnung der Huthis, auch Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten im Visier zu haben, erhöht die geopolitischen Risiken zusätzlich. Zudem könnten Angriffe auf Ziele in den V.A.E. wie auch die Anschläge auf die saudischen Ölanlage direkten Einfluss auf die Angebotssituation haben. Die V.A.E. sind nach Saudi-Arabien und Irak der drittgrößte Ölproduzent der OPEC

Zumindest für die US-Rohölsorte WTI leicht bearish wirkt sich derzeit die Wetterlage an der US-Golfküste aus. Reste des Tropensturms Imelda brachten starke Regenfälle mit sich und führten zu Überflutungen und Stromausfällen, die den Raffineriebetrieb bei Port Arthur und Beaumont (US-Bundesstaat Texas) beeinträchtigten. Der Betrieb der Marketlink Pipeline, über die für gewöhnlich Rohöl an die texanischen Raffinerien geleitet wird, wurde daher vorübergehend ausgesetzt. Außerdem wurden zwei Häfen geschlossen, von denen aus Rohöl und Produkte exportiert werden. Die wetterbedingten Störungen dürften die Marktlage jedoch vermutlich nur kurzfristig beeinflussen.

Auf Nachfrageseite ist man derzeit wieder gespannt auf die Entwicklungen in der nächsten Runde von Handelsgesprächen zwischen den USA und China. Seit gestern diskutieren hochrangige Vertreter der amerikanischen und der chinesischen Regierung erneut darüber, wie man den Handelsstreit, der die weltweite Wirtschaft nun schon seit einiger Zeit beeinträchtigt, beilegen könnte. Der Fokus soll dabei auf dem Thema Agrargüter liegen. Die USA hatten von China im Handelskonflikt unter anderem umfangreichere Käufe von Agrargütern gefordert.

Sollten sich die beiden Parteien zumindest in diesem Thema einigen, dürfte dies den Finanzmarktteilnehmern wieder etwas mehr Hoffnung auf ein umfassendes Handelsabkommen machen. Dies würde nicht nur dem globalen Wirtschaftswachstum zugutekommen, sondern letztlich auch der Ölnachfrage.

Insgesamt halten wir die fundamentale Situation heute Morgen wieder für leicht bullish, da die Zweifel hinsichtlich der Erholung der saudischen Produktion bestehen bleiben und die geopolitischen Spannungen angesichts der Angriffe der Militärallianz unter Führung Saudi-Arabiens auf Ziele im Jemen nicht abnehmen dürften. Nach dem Anstieg die Futures an ICE und NYMEX am Mittwoch orientieren sich diese zwar derzeit wieder leicht nach unten, allerdings von einem höheren Niveau aus. Der EUR/USD legt zwar derzeit leicht zu, bei den rechnerischen Inlandspreisen deutet sich heute Morgen allerdings dennoch Aufwärtspotenzial an.

preistreibende (bullische +) und preissenkende (bearische -) Faktoren

+ Zweifel an schneller Erholung der saudischen Ölproduktion
+ Saudi-Arabien beschießt angebliche Militärziele im Jemen
+ Huthis drohen mit Anschlägen auf Ziele in den V.A.E.
+ Trump kündigt weitere Sanktionen gegen Iran an
+ Saudische Ölproduktion um 5,7 Mio. B/T eingebrochen
+ Russlands Ölproduktion Anfang September leicht gesunken
+ USA verschieben nächste Runde von Strafzöllen um 2 Wochen
+ Expansive Maßnahmen der EZB und anderer Notenbanken
+ Handelsgespräche zwischen China und USA wurden wiederaufgenommen

= Angriff auf Ölanlagen laut Saudi-Arabien von Iran „gesponsert“
= JMMC fordert striktere Einhaltung der Fördergrenzen

– Sturm beeinträchtigt Raffineriebetrieb in Texas
– US Ölbestandsveränderungen
– Goldman Sachs: Markt verfügt über ausreichend Ölreserven
– Monatsberichte EIA, OPEC, IEA
– OPEC Förderung im August gestiegen Trump kündigt weitere Sanktionen gegen Iran an